Der parlamentarische Arm der Freiheit alleine packt es nicht

Zu lange haben wir Liberalen geglaubt, das Projekt von mehr Freiheit für mehr Menschen sei über den parlamentarischen Arm der FDP alleine zu stemmen. Zu viele „Vorfeldorganisationen“ haben ihre Aufgaben alleine darin gesehen, als Höflinge der Macht ihre Spezialagenden, mit Servilität garniert, in die Parteigremien und Parlamente zu schleusen. Aber mehr Freiheit für mehr Menschen kann weder gesetzlich verordnet noch durch Transferleistungen eingekauft werden – mehr noch als ein parlamentarisches oder wirtschaftliches Projekt ist es ein soziales und kulturelles, ein moralisches und ein wissenschaftliches Projekt. Zwar bleibt die parlamentarische Arbeit an den Rahmenregelungen der Freiheit wichtig. Aber ein Liberalismus, der sich an der Front medial vermittelter Partei- und Parlamentsarbeit in tagestaktisch portionierte ideologische Versatzstücke zerlegt, leistet keine Orientierung mehr für die Zeit, in der wir leben, für die Menschen, die wir sind, und für die Freiheit, die wir meinen.

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